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Auf dem deutschen Fernverkehrsmarkt kommt Bewegung auf. Das italienische Eisenbahnunternehmen Italo investiert insgesamt 3,6 Milliarden Euro in den Markteintritt in Deutschland und hat dafür einen Vertrag mit Siemens Mobility über 26 neue Hochgeschwindigkeitszüge unterschrieben. Zusätzlich besteht eine Option auf 14 weitere Züge. Geplant ist der Start des Fahrgastbetriebs zur Jahresmitte 2028.
Für Reisende bedeutet das vor allem eines: Mehr Wettbewerb, neue Direktverbindungen und eine weitere Alternative zum bisherigen Fernverkehrsangebot.
Neue Siemens-Züge für Deutschland
Zum Einsatz kommen neue Siemens Velaro Multi System-Züge mit einer Höchstgeschwindigkeit von 320 km/h. Jeder Zug besteht aus acht Wagen und bietet rund 450 Sitzplätze.
Zur Ausstattung gehören unter anderem:
- kostenloses WLAN über 5G und Starlink-Satelliteninternet
- ein Bistrowagen
- Steckdosen an den Sitzplätzen
- moderne Fahrgastinformationen
- barrierefreie Einstiege
Gebaut werden die Züge im Siemens-Werk in Krefeld. Die Wartung übernimmt Siemens für zunächst 30 Jahre im Werk Dortmund.
Drei Reiseklassen stehen zur Auswahl
Italo setzt in Deutschland auf das bewährte Reiseklassen-Konzept aus Italien. Fahrgäste können zwischen drei Komfortstufen wählen.
Smart

Die Smart-Klasse richtet sich an preisbewusste Reisende. Hier gibt es komfortable Standardsitze, WLAN, Steckdosen sowie Zugang zum Bistro. Wer günstig und trotzdem bequem reisen möchte, ist hier richtig.
Prima Business

Die Prima Business bietet deutlich mehr Komfort. Größere Sitze mit mehr Beinfreiheit, eine ruhigere Atmosphäre und zusätzlicher Service während der Fahrt machen längere Reisen angenehmer. Die Klasse richtet sich sowohl an Geschäftsreisende als auch an Fahrgäste, die sich etwas mehr Komfort wünschen.
Club Executive

An der Spitze steht die Club Executive. Hier erwartet die Reisenden besonders viel Platz, exklusive Sitze und ein hochwertiger Bordservice. Diese Klasse ist vor allem für Geschäftsreisende oder alle gedacht, die besonders komfortabel unterwegs sein möchten.
Eigenes Tarifsystem statt Flexpreis
Italo wird in Deutschland ein eigenes Tarifsystem einführen. Wie bereits in Italien orientieren sich die Fahrpreise voraussichtlich an Nachfrage und Buchungszeitpunkt.
Wer früh bucht, kann häufig besonders günstige Tickets erhalten. Gleichzeitig wird es flexibel buchbare Fahrkarten sowie Angebote für die verschiedenen Reiseklassen geben. Die Tickets sollen über die Italo-Website und die App erhältlich sein. Details zu den deutschen Tarifen will das Unternehmen vor dem Betriebsstart bekannt geben.
Geplantes Streckennetz
Zum Start möchte Italo zwei wichtige Fernverkehrskorridore bedienen:
- München – Nürnberg – Würzburg – Frankfurt – Köln – Dortmund
- München – Nürnberg – Berlin – Hamburg
Insgesamt sollen 18 Städte miteinander verbunden werden. Vorgesehen sind rund 50 tägliche Zugverbindungen auf einem etwa 1.300 Kilometer langen Streckennetz.
Mehr Wettbewerb auf der Schiene
Mit dem Einstieg von Italo erhält die Deutsche Bahn erstmals auf mehreren wichtigen Hochgeschwindigkeitsstrecken direkte Konkurrenz. Für Fahrgäste könnte das langfristig mehr Auswahl, zusätzliche Verbindungen und attraktive Ticketangebote bedeuten.
Gleichzeitig investiert Italo nicht nur in neue Züge, sondern auch in Bahnhöfe, IT-Systeme sowie die Ausbildung von rund 2.500 Mitarbeitenden in Deutschland.
Tariftagebuch-Fazit
Der Einstieg von Italo dürfte den deutschen Fernverkehr nachhaltig verändern. Moderne Hochgeschwindigkeitszüge, drei unterschiedliche Reiseklassen, ein eigenes Tarifsystem und neue Direktverbindungen sorgen für mehr Wettbewerb auf der Schiene.
Bis zum geplanten Betriebsstart im Jahr 2028 bleibt zwar noch etwas Zeit. Mit der Milliardeninvestition und der Bestellung der neuen Siemens-Züge zeigt Italo aber schon jetzt, dass das Unternehmen den deutschen Markt langfristig im Blick hat. 🚄🇩🇪🇮🇹


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