GoVolta neuer privater Fernzug, aber mit ziemlich eigener Tarifwelt

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Der europäische Fernverkehr wird immer voller. Nicht voller Züge — voller Anbieter.

Neben ICE, Nightjet, Eurostar oder FlixTrain tauchen inzwischen immer mehr private Unternehmen auf, die eigene internationale Verbindungen anbieten wollen. Einer davon ist GoVolta.

Und ehrlich gesagt wirkt GoVolta ein bisschen wie eine Mischung aus Bahn und Airline.

Denn tariflich läuft dort einiges anders als man es aus dem klassischen Bahnverkehr kennt.


Die Strecke Amsterdam – Hamburg ist schon wieder Geschichte

GoVolta 327 mit 193 bei Wunstorf

Eigentlich wollte GoVolta zwei internationale Linien fahren:

  • Amsterdam – Berlin
  • Amsterdam – Hamburg

Doch die Verbindung nach Hamburg soll eingestellt werden beziehungsweise wurde nicht weitergeführt.

Der Grund laut Unternehmen:
Zu wenige Fahrgäste.

Und das zeigt ziemlich gut, wie schwierig privater Fernverkehr inzwischen geworden ist.

Denn auch wenn eine Verbindung auf dem Papier sinnvoll aussieht, heißt das noch lange nicht, dass genug Menschen tatsächlich Tickets buchen.

Gerade zwischen Amsterdam und Hamburg gibt es bereits starke Konkurrenz:

  • ICE
  • Umsteigeverbindungen
  • FlixBus
  • FlixTrain
  • günstige Flugangebote

Da reicht „neuer Anbieter“ allein eben nicht aus.


Amsterdam – Berlin soll täglich fahren

GoVolta 327 in Wunstorf

Der Fokus liegt jetzt klar auf der Strecke:

👉 Amsterdam Centraal – Berlin

Diese Verbindung soll künftig täglich angeboten werden.

Die geplanten Halte sind unter anderem:

  • Amsterdam Centraal
  • Amersfoort
  • Deventer
  • Bad Bentheim
  • Hannover
  • Berlin

Und genau diese Route ist deutlich attraktiver.

Zwischen Amsterdam und Berlin reisen:

  • Touristen
  • Geschäftsreisende
  • Wochenendpendler
  • internationale Fahrgäste

Die Nachfrage ist dort einfach größer.


Das Tarifsystem von GoVolta

GoVolta 327 in Hannover Hbf

Jetzt kommt der Teil, der für viele wahrscheinlich erstmal ungewohnt wird.

GoVolta nutzt ein komplett eigenes Tarifsystem.

Das bedeutet:

❌ Deutschlandticket gilt nicht
❌ BahnCard gilt nicht
❌ DB-Tickets gelten nicht
❌ Verbundtickets gelten nicht

Man braucht immer ein separates Ticket direkt bei GoVolta.

👉 GoVolta buchen

Und genau hier merkt man:
Der europäische Bahnmarkt entwickelt sich immer stärker Richtung Luftfahrtmodell.

Jeder Anbieter hat:

  • eigene Tarife
  • eigene Apps
  • eigene Bedingungen
  • eigene Buchungssysteme

Für Fahrgäste wird das Reisen dadurch leider nicht unbedingt einfacher.


Der ungewöhnliche Check-in bei GoVolta

GoVolta 327 in Wunstorf

Und jetzt wird’s wirklich speziell.

Denn bei GoVolta reicht es nicht einfach, ein Ticket zu kaufen und irgendwann am Bahnsteig aufzutauchen.

Laut den aktuellen Regeln muss man sich vor der Reise aktiv einchecken.

👉 GoVolta Check-in Infos

Man muss sich sogar bis zu vier Stunden vor Abfahrt einchecken.

Ja, wirklich.

Das wirkt erstmal ziemlich untypisch für Bahnverkehr.

Während man bei der Deutschen Bahn oft noch zwei Minuten vor Abfahrt entspannt aufs Gleis rennt, funktioniert GoVolta deutlich stärker wie eine Airline.

Warum das Unternehmen das macht?

Vermutlich wegen:

  • Kapazitätsplanung
  • Ticketkontrolle
  • personalisierten Reservierungen
  • automatisierten Abläufen

Aber ehrlich:
Viele Bahnfahrer dürften genau das eher abschreckend finden.

Denn der große Vorteil der Bahn war bisher immer:
Spontanität.


Sitzplätze und Zusatzoptionen

GoVolta-Wagen in Hannover Hbf

Auch bei den Sitzplätzen orientiert sich GoVolta eher an Fluggesellschaften.

Je nach Tarif oder Zusatzbuchung könnten möglich sein:

  • Sitzplatzwahl
  • mehr Beinfreiheit
  • Ruhebereiche
  • Zusatzgepäck
  • flexible Umbuchung

Der eigentliche Ticketpreis wächst dadurch schnell an, wenn man Extras auswählt.

Das kennt man inzwischen zwar auch von anderen privaten Anbietern — aber viele klassische Bahnfahrer müssen sich daran erstmal gewöhnen.


Konkurrenz zur Deutschen Bahn?

Restaurant-Wagen im GoVolta

Ja, definitiv.

Gerade die Verbindung Amsterdam – Berlin gilt als spannend.

Denn der heutige ICE zwischen beiden Städten ist oft:

  • voll
  • teuer
  • verspätet
  • reservierungspflichtig empfohlen

Wenn GoVolta dort günstigere Preise anbietet, könnte das durchaus funktionieren.

Die große Frage bleibt aber:
Akzeptieren Fahrgäste das deutlich strengere Tarifsystem?


Europa bekommt immer mehr private Fernzüge

GoVolta 328 in Wunstorf

GoVolta ist dabei nicht allein.

In Europa entstehen gerade immer mehr private Fernverkehrsangebote:

  • FlixTrain
  • Leo Express
  • RegioJet
  • Snälltåget

Für Reisende bedeutet das einerseits mehr Auswahl.

Andererseits aber auch:
Mehr Tarifchaos.


Fazit

GoVolta 327 in Hannover Hbf

GoVolta zeigt ziemlich gut, wohin sich der europäische Fernverkehr gerade entwickelt.

Mehr Konkurrenz. Mehr internationale Züge. Mehr private Anbieter.

Aber eben auch:

  • eigene Tarife
  • eigene Check-in-Regeln
  • eigene Apps
  • weniger spontane Reisen

Dass die Strecke Amsterdam – Hamburg wegen zu geringer Nachfrage eingestellt wird, zeigt gleichzeitig:
Fernverkehr auf eigene Rechnung ist verdammt schwierig.

Die tägliche Verbindung Amsterdam – Berlin könnte trotzdem funktionieren vor allem wenn die Preise stimmen.

Das mit dem verpflichtenden Check-in bis zu vier Stunden vorher wirkt allerdings schon eher wie Flughafen als wie klassische Bahnreise.

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