Der internationale Bahnverkehr wird langsam echt wild. Während die Deutsche Bahn noch mit Baustellen und Verspätungen kämpft, rollen immer mehr private Anbieter durch Europa. Jetzt mischt auch wieder Snälltåget kräftig mit.
Mit den neuen Zugpaaren IC 306 und IC 307 fährt Snälltåget künftig tagsüber zwischen Hamburg und Stockholm. Und ja, das ist tariflich wieder so ein kleines Abenteuer.
Wer ist Snälltåget überhaupt?

Falls man den Namen noch nie gehört hat: Snälltåget ist ein privater schwedischer Fernverkehrsanbieter.
Die fahren schon länger:
- Nachtzüge zwischen Berlin und Stockholm
- Verbindungen nach Malmö
- saisonale Züge Richtung Skandinavien
Und ehrlich gesagt haben sie sich in der Bahn-Community inzwischen einen ziemlich guten Ruf aufgebaut. Nicht luxuriös, aber oft entspannter als manch großer Staatskonzern.
Die neue Verbindung IC 306 / IC 307
Jetzt kommt also eine neue Tagesverbindung dazu:
- IC 306 Richtung Schweden
- IC 307 Richtung Deutschland
Die Strecke verbindet:
- Hamburg
- København
- Malmö
- Stockholm
Und das komplett ohne Flugzeug. Allein das ist mittlerweile schon fast ungewöhnlich.
Die Route im Überblick
Die geplante Strecke führt ungefähr über:
- Hamburg Hbf
- Odense
- København Syd
- Malmö
- Alvesta
- Nässjö
- Linköping
- Norrköping
- Stockholm Central
Also einmal quer durch Dänemark und Schweden.
Gerade die Fahrt über die Öresundverbindung zwischen Kopenhagen und Malmö dürfte viele reizen. Das ist schon landschaftlich ziemlich stark.
Was fährt da eigentlich für ein Zug?
Snälltåget setzt nicht auf nagelneue Hochgeschwindigkeitszüge wie TGV oder ICE 4.
Und ehrlich? Das macht fast ein bisschen den Charme aus.
Zum Einsatz kommen klassische Fernverkehrswagen mit:
- Großraumwagen
- Ruhebereichen
- Bistro-Angebot
- teilweise recht gemütlicher Atmosphäre
Eher „klassischer Intercity“ statt sterile Hochglanzwelt.
Tariflich wird’s interessant
Jetzt kommen wir zum Teil, der für Tariftagebuch natürlich spannend ist.
Denn:
Die Züge fahren komplett nach eigenem Tarif.
Heißt konkret:
❌ Deutschlandticket gilt nicht
❌ DB-Sparpreise Europa gelten nicht
❌ Interrail nur teilweise bzw. reservierungspflichtig
❌ keine Verbundtickets
Man braucht also ein separates Ticket direkt bei Snälltåget.
Und genau da merkt man langsam ein Problem im europäischen Bahnverkehr:
Immer mehr internationale Verbindungen entstehen – aber jeder kocht tariflich sein eigenes Süppchen.
Wo bucht man die Tickets?
Gebucht wird direkt über die offizielle Seite von Snälltåget:
Allgemeine Infos zum Unternehmen und den Verbindungen gibt’s hier:
Die Tickets tauchen meistens:
- nicht im DB Navigator
- nicht bei bahn.de
- und oft auch nicht bei internationalen Buchungssystemen
auf.
Das heißt:
👉 separate Buchung
👉 eigener Tarif
👉 eigene Fahrgastrechte-Regeln
Was bedeutet das bei Verspätungen?
Und genau hier wird’s wichtig.
Wenn du:
- DB-Ticket bis Hamburg
- und danach Snälltåget separat buchst
dann hast du tariflich zwei getrennte Reisen.
Verpasst du wegen einer ICE-Verspätung den Snälltåget-Zug, kann das schnell teuer werden.
Deshalb sollte man bei solchen Reisen wirklich großzügige Umsteigezeiten einplanen.
Nachtzug Berlin – Stockholm fährt weiter
Wichtig:
Der bekannte Nachtzug zwischen Berlin und Stockholm bleibt weiterhin bestehen.
Die neue Tagesverbindung ergänzt das Angebot also nur.
Damit baut Snälltåget sein Deutschland-Geschäft langsam richtig aus. Und ehrlich gesagt: Der skandinavische Markt scheint momentan deutlich mutiger zu sein als vieles, was man hierzulande sieht.
Komfort statt Hochgeschwindigkeit
Man merkt bei Snälltåget ziemlich schnell:
Hier geht’s weniger um „Premium“ oder Business-Class-Gefühl.
Sondern eher um:
- entspannter reisen
- weniger Hektik
- klassische Fernzug-Atmosphäre
- Direktverbindungen quer durch Europa
Und genau das finden viele inzwischen wieder attraktiv.
Fazit
Mit IC 306 und IC 307 bekommt Europa eine weitere private Fernverkehrsverbindung. Für Bahnfans ist das spannend. Für normale Fahrgäste kann es aber tariflich schnell kompliziert werden.
Denn:
- eigene Tickets
- eigene Regeln
- eigene Buchungssysteme
machen das Reisen nicht unbedingt einfacher.
Trotzdem:
Die Idee, morgens in Hamburg einzusteigen und später direkt in Stockholm anzukommen, hat schon was. Besonders, wenn man lieber Zug fährt statt Flughafen-Stress mitzumachen.


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