Okay, fangen wir vorne an: Ich hab diese Fahrt nicht organisiert – ich war einfach dabei und will euch hier ein bisschen was darüber erzählen. Es geht um die große Abschiedsfahrt der Baureihe 406, also dem ICE 3M. Anlass: 25 Jahre ICE International. Gefahren wurde zwischen Hannover Messe/Laatzen und Amsterdam Centraal. Und wer sich ein bisschen auskennt, merkt schon: Moment mal – das kommt mir doch bekannt vor…

Zurück zu den Wurzeln – EXPO 2000 lässt grüßen
Die gewählte Strecke war kein Zufall. Zur EXPO 2000 in Hannover wurden nämlich genau dort die ersten 406er als EXE 1148/1149 eingesetzt. Damals fuhr man direkt von Amsterdam Centraal zur eigens eingerichteten Station Hannover Messe/Laatzen – schön durchgebunden, ganz EXPO-mäßig eben. Und jetzt, 25 Jahre später, fährt man zum Abschied nochmal fast dieselbe Route. Nostalgie pur.

Es kamen übrigens auch zwei ganz spezielle Züge zum Einsatz: Der 406 001-8 „Europa“ frei zugänglich für alle. Und der 406 051-3 getauft auf den Namen „Amsterdam“. Der fuhr exklusiv für Mitarbeitende von DB Fernverkehr und NS International. Funfact: Der Amsterdam-Zug trägt bis heute NS-Logos, weil er mal einer von vier 406ern war, die NS International gehört haben. Heute gehört er längst wieder der DB, aber die Logos sind geblieben. Und genau diese beiden Züge 406 001-8 und 406 051-3 fuhren jetzt auch bei der Abschiedsfahrt mit.
Die Hinfahrt ICE 13406 mit Flashbacks

Los ging’s morgens ab Hannover Messe/Laatzen, und das nicht irgendwie, sondern stilecht mit einem Sonderzug: ICE 13406, damals fuhren da der EXE 1148/1149 mit exakt dieser Verbindung. Schöner Move.

Unterwegs hatten wir ein paar Zwischenhalte:
- Minden (Westf)
- Rheine
- Almelo
- Deventer
- Amersfoort Centraal

Danach kam ein bisschen Umleitungs-Action: Wegen Bauarbeiten ging’s nicht direkt nach Amsterdam Centraal, sondern erst über Diemen Zuid und dann weiter nach Amsterdam Bijlmer ArenA. Dort fand sogar ein Fahrtrichtungswechsel statt was bei einem ICE immer ein kleiner Showact ist. Leider konnte man dort nicht aussteigen, der Zug war schlicht zu lang für den Bahnsteig.

Und wie war’s an Bord? Ganz ehrlich: richtig gut. Locker, entspannt, fast schon familiär. Das Personal egal ob von der DB oder von der NS war super drauf, hat mit den Fahrgästen gequatscht, gelacht, ein bisschen erzählt. Keine sterile Dienstreise, sondern ein Hauch von Klassenfahrt für Bahn-Nerds.
Amsterdam – Den Haag – Rotterdam… und wir raus

In Amsterdam Centraal wurde kurz gehalten, dann ging’s weiter mit dem ICE 25 über Den Haag Hollands Spoor nach Rotterdam Centraal. Auch das war kein Zufall, sondern ein Bonus für alle, die mal nicht nur den Standard sehen wollen. Offiziell fuhr der Sonderzug sogar noch weiter über Aachen Hbf bis nach Frankfurt am Main Hbf.

Aber für uns war in Rotterdam Schluss. Da haben wir den Zug verlassen, kurz die NS International Lounge geentert (ein bisschen durchatmen und chillen muss ja auch mal sein), danach was zu essen besorgt und dann war’s das mit dem Fernverkehr. Rückfahrt im Nahverkehr, ganz entspannt.

Der Rückweg mit Nahverkehr und bisschen Abenteuer
Zurück ging’s mit dem Weekend Vrij Abo von NS und dem Deutschlandticket. Erstmal mit dem NS-Zug über Utrecht Centraal und Zwolle nach Hengelo. Dort dann weiter mit der RB 61 und dem RE 60 über Rheine zurück nach Hannover. Keine große Show, aber solide und stressfrei.
Fahrkarten-Setup (für die, die’s genau wissen wollen)
- Hinfahrt: Flexpreis (DB) + Weekend Vrij Abo (NS)
- Rückfahrt: Weekend Vrij Abo (NL) + Deutschlandticket (ab Hengelo)
Fazit?

Ein würdiger Abschied für eine Baureihe, die über 25 Jahre international unterwegs war. ICE International ohne Baureihe 406 fühlt sich erstmal komisch an. Aber dieser letzte Trip war einfach stimmig: die Route, die Fahrzeuge, die Leute, die Stimmung. Schön, dass ich dabei sein konnte.


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